Der Expressbus X1 – ein Symbol des Scheiterns

Zu: Expressbuslinie X1 in Stuttgart

 

 

 

Reich-Gutjahr: Der Expressbus X1 – ein Symbol des Scheiterns

Kaum genutzt, teuer und nahezu ohne Effekt für die Umwelt

 

Was den Expressbus X1 und seinen Nutzen für den Luftreinhalteplan für den Regierungsbezirk Stuttgart betrifft, bestehe, so Gabriele Reich-Gutjahr, Stuttgarter Abgeordnete und wirtschaftspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion, kaum noch Zweifel am Scheitern dieses Projekts.

 

Reich-Gutjahr verwies in diesem Kontext auf eine Antwort des Verkehrsministers (s. Anlage), die klar erkennen lasse, dass die Bilanz der im Oktober 2018 eingeführten Buslinie eine Bilanz des Scheiterns sei:

 

„Im Februar 2020 erreichte, nach Aussage des Ministers, die Linie X1 einen Spitzenwert von 3.000 Fahrgästen pro Tag. Der Jahresdurchschnitt sei mit 2.100 Fahrgästen anzusetzen. Prognostiziert wurden hingegen 14.000 Nutzer pro Tag auf der Expressbuslinie zwischen Innenstadt und Bad Cannstatt. Die Diskrepanz von Anspruch und Wirklichkeit ist noch drastischer, als ich angenommen hätte, und ein weiterer Beleg dafür, wie wenig sich die Grünen noch für die soziale Realität der Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt interessieren.

 

Darauf zu verweisen, ohne den X1 hätte es keinen Sonderstreifen für den Busverkehr am Neckartor gegeben, der entscheidend zu Abnahme des KfZ-Verkehrs auf diesem Streckenabschnitt beigetragen habe, ist so konstruiert wie peinlich. Wenn der Bus nur dazu dient, einen Sonderstreifen zu legitimieren, um weniger Autos fahren zu lassen, wird er zur Farce. Die Kosten für den X1 sind ungemein hoch, sein Nutzen jedoch ist gering, auch für die Umwelt.

 

Der X1 ist ein teurer Missgriff, dennoch wird an ihm festgehalten, obgleich die große Problematik im Stuttgarter Stadtverkehr dringend nach einer praktikablen Lösung verlangt.

 

Weit kostengünstiger, sinnvoller und effektiver wäre es, rasch die infrastrukturellen Voraussetzungen zu schaffen, um Stadtbahnen von 80 Metern Länge und damit doppelter Kapazität einsetzen zu können. Doch bei den Grünen stehen Ideologie und Parteiprogrammatik über der Vernunft. Umso mehr hoffe ich auf einen Bürgermeister für Stuttgart, dessen Verkehrspolitik sich an Fakten und Sinnhaftigkeit von Maßnahmen orientiert. Prestigeprojekte ohne Sinn und Nutzen gab es in den letzten Jahren genug.“