Menschen mit Mut – Teil 8: Erol Kiris von Consilium Green Energy

„Sonnige Aussichten“ hat Erol Kiris, Geschäftsführer der Consilium Green Energy GmbH, wenn er in die Zukunft blickt. Herr Kiris, gelernter Bankkaufmann, konzipiert und baut mit seiner Firma Solarkraftwerke in Deutschland. Das Besondere an der Idee von Herr Kiris ist, dass die großen Solarprojekte in mehrere kleine Photovoltaik-Einzelanlagen aufgeteilt werden. So können Menschen, die selbst keine eigenen oder geeigneten Flächen für eine Photovoltaikanlage besitzen, auf diesem Wege Eigentümer einer eigenen Photovoltaik-Einzelanlage werden und die steuerlichen Möglichkeiten nutzen, die es dafür staatlicherseits gibt. Das Video zum Gespräch finden Sie am Ende des Textes.

Initialzündung:

Bereits im Jahr 2008 gründete Kiris die Consilium Finanzmanagement AG, ein Beratungsunternehmen für ganzheitliche Finanzplanung. Über einen Verbundpartner hörte der Gründer von der Möglichkeit in Photovoltaikanlagen zu investieren und wollte diese Option auch in sein Beratungsportfolio aufnehmen. Nach Gesprächen mit verschiedenen Firmen, die Photovoltaikanlagen konzipieren und bauen, stellte er jedoch fest, dass keine dieser Unternehmen Interesse an einer Kooperation hatte. Der Grund war simpel: die Nachfrage war höher als das Angebot, so dass die Projektierer keinen Partner für den Vertrieb ihrer Anlagen benötigten. Die Kunden kamen quasi von alleine. Kurzerhand entschloss sich Erol Kiris selbst in dieses Geschäft einzusteigen. Er suchte und fand erfahrene Partner für die Projektentwicklung und startete sein erstes Projekt, den Consilium Solarpark Nattheim, auf einer Deponiefläche in Baden-Württemberg. Heute versorgen seine insgesamt 86 Solarkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 58 MWp mehr als 15.000 Drei-Personenhaushalte mit grünem Strom.

Herausforderungen:

Die größte Herausforderung für Erol Kiris ist es, der wachsenden Nachfrage nach seinem Angebot nachzukommen. Inzwischen gibt es Wartelisten für den Erwerb von Photovoltaik-Einzelanlagen. Wachstumsbremse ist die langwierige Suche nach geeigneten Flächen. Hier gibt es einen großen Engpass. Jedoch ist es Consilium bisher immer gelungen, den Kunden spätestens ein Jahr nach Bestellung die eigene Photovoltaikanlage zu „liefern“. Weitere Herausforderungen, vor allem im Hinblick auf die Gestehungszeiten, sind die bürokratischen Anforderungen die erfüllt werden müssen, wenn beispielsweise ein Solarpark auf einer Freifläche gebaut werden soll. Diese nehmen nicht selten 3 bis 4 Jahre in Anspruch.

Wünsche an die Politik:

Der vorrangige Wunsch von Erol Kiris war, dass der 52-Gigawatt-Deckel für Photovoltaikanlagen bis 750 kWp im Juli 2020 mit der Verabschiedung des Gebäudeenergiegesetzes abgeschafft wurde. Dieser Deckel hätte dem Geschäftsmodell von Herrn Kiris enge Grenzen gesetzt. Bleiben die Rahmenbedingungen wie aktuell, ist Erol Kiris zufrieden. Durch den sinkenden EEG-Vergütungssatz für produzierten Ökostrom sind auf absehbarer Zeit keine Subventionen mehr für Erneuerbare-Energien-Anlagen nötig.

Mein Resumée:

Unternehmer wie Herr Kiris leisten einen wichtigen Beitrag zur Energiewende in Deutschland. Der Staat hat dafür einen Rahmen geschaffen, aber ohne Unternehmer passiert nichts.

Selber machen, was man am Markt nicht bekommt. Chancen, die sich auftun, erkennen und nutzen. Dabei kann man sich auch auf völlig neues Terrain wagen – wenn man Herzblut für die Sache mitbringt, um sich durchzubeißen. Und Sachverstand auf einem der benötigten Kompetenzfelder des Geschäftsmodells. In seinem Fall Finanzierung und Vertrieb. Für die anderen Kompetenzen muss man zuverlässige Partner finden und einen fairen Umgang miteinander pflegen. Mit diesen ‚Zutaten‘ führte Erol Kiris sein Geschäftsmodell zum Erfolg.