Menschen mit Mut – Teil 6: Manuel Armbruster von KOENA tec

Ein spannendes Gespräch führte ich mit Manuel Armbruster, einem der Gründer des 2017 gegründeten Unternehmens KOENAtec.  Das Start-Up zeigt auf beeindruckende Weise, wie Ökonomie und Ökologie Hand in Hand gehen. KOENA tec arbeitet leidenschaftlich an dem Ziel, Ressourcen zu sparen und das bestehende Potential bereits vorhandener Geräte zu nutzen. Mit einem Zwischenstecker und dem IoT hilft KOENA tec Unternehmen –aktuell vor allem im Bereich der Gastronomie – ihre Gerätedaten zu erfassen und zu analysieren und dadurch Energie und Kosten zu sparen: zu welchen Zeiten eine Maschine im Hochbetrieb laufen muss, wann der Stromsparmodus ausreicht und wann sie sogar komplett abgeschaltet werden kann. Allein bei einem Kaffeeautomat können so etwa 2000 KWh Strom pro Jahr eingespart werden. Das ist gut für die Umwelt, aber natürlich auch gut für den Geldbeutel des Unternehmers. Das Video zu meinem Gespräch mit Herrn Armbruster finden Sie am Ende des Textes. Das Video zum Gespräch finden Sie am Ende des Textes.

Initialzündung:

Nach seiner Ausbildung zum Isolierer und anschließend zum Handwerksmeister arbeitete Herr Armbruster zunächst im elterlichen Betrieb. Da er sich gerne mit Neuem befasst, beschloss er Bauphysik in Stuttgart zu studieren. Zu dieser Zeit noch mit dem Gedanken, nach dem Studium wieder in den Familienbetrieb zurückzukehren.

Am Lehrstuhl für Bauphysik arbeitete er an einem Projekt zum Thema ‚Stromnetz stabilisieren und dabei das Potenzial der Kaffeemaschine nutzen‘ mit. Daraus entwickelte sich die Idee gemeinsam mit zwei Mitstreitern die Firma KOENAtec zu gründen. In der Anfangszeit arbeiteten die Gründer noch in Teilzeit, den eigenen Lebensunterhalt finanzierten sie über einen Teilzeitjob am Lehrstuhl für Bauphysik, der ihnen in dieser Anfangszeit auch fachliche Unterstützung gab. Die junge Firma entwickelte sich gut, so dass im Laufe des Jahres 2018 mit innoenergy auch ein Investor gefunden wurde, der neben dem Geld aus den start-up BW Programmen die finanzielle Basis bildet. Inzwischen ist die Firma auf 7 Leute gewachsen.

Herausforderungen:

Eine große Herausforderung ist die Kundengewinnung. Quasi kein Unternehmer kann zuordnen, welches Gerät wie viel zu seiner Stromrechnung beiträgt. Die meisten Unternehmer beschäftigen sich folglich auch nicht wirklich mit ihrer Stromrechnung, sondern betrachten diese als einen Posten, der eben monatlich vom Konto abgebucht wird. Schwierig, Gastronomen für etwas zu gewinnen, das sie nicht unmittelbar sehen und greifen können. Dass das softwarebasierte Modell, das KOENAtec anbietet wirklich mehr als nur „Greenwashing“ ist, können Armbruster und seine Kollegen Unternehmen vorrechnen.  Durch greifbare Vergleiche – so entspricht die eingesparte Energie eines Kaffeevollautomaten zum Beispiel dem täglichen Energiebedarf eines Einfamilienhauses – und eine einfach zu lesende Benutzeroberfläche des Kundendashboards wird fassbar, wie KOENAtec dabei helfen kann, bares Geld zu sparen.

Dass das junge Unternehmen im Moment noch auf Gastro-Kaffeemaschinen fokussiert,  liegt daran, dass diese bereits eine digitale Schnittstelle haben, die das Sammeln von Daten und die Steuerung der Maschine erleichtert. Diese digitale Schnittstelle haben viele andere Geräte noch nicht. Dies wird sich im Zuge der zunehmenden digitalen Vernetzung verschiedener Elekrotgeräte kurz- bis mittelfristig ändern. Das Potential der Energieeinsparung ist riesig.  Allein in Deutschland gibt es 2,4 Millionen Restaurants.

Wünsche an die Politik:

Von der Politik wünscht sich Armbruster, dass sie den Austausch mit der Start-Up-Szene noch ausbaut, zum Beispiel durch zwanglose Veranstaltungen, an deren Rande man ins Gespräch kommen kann und an denen auch Vertreter großer Firmen teilnehmen. So könnte ein noch größeres Verständnis füreinander geschaffen werden und für die Start-Ups könnten sich wertvolle Kontakte ergeben. In der Wissensgesellschaft sind Kontakte einer der Treiber des Erfolgs.

Mein Resumee:

KOENAtec zeigt, dass technologischer Fortschritt, Umwelt und Wirtschaft keine Gegensätze sind. Ressourcen zu sparen, stärkt die Wirtschaftskraft jedes Unternehmens. Die Basis für den nächsten Sprung der Ressourcenoptimierung sind Künstliche Intelligenz (KI) und Internet of Things – diese Schlagworte  werden am Beispiel von KOENAtec verdeutlicht und greifbar. Wir müssen als Gesellschaft diese Potentiale schneller entwickeln. Als Politikerin setze ich mich dafür ein, mehr Offenheit zu erzeugen und mehr Räume zu bieten, in denen gerade auch kleine und mittlere Unternehmen aller Branchen mit start-ups zusammentreffen und anhand von Beispielen eigene Ansatzpunkte für ihre Unternehmen erkennen. Und es muss mehr Geld von Investoren aktiviert werden. Die Deutschen investieren derzeit pro Kopf gerade mal  4 USD, die Amerikaner 57 USD und die Israeli 118 USD in die Schlüsselindustrie KI.

Wenn wir als Baden-Württemberg vorne bleiben wollen in der Welt, müssen wir deutlich mehr in diese Schlüsselindustrie investieren.