Menschen mit Mut – Teil 5: Oliver Schindler von ITW Schindler

Ein Gespräch „mit Hochspannung“ führte ich mit Oliver Schindler, dem Geschäftsführer von ITW Schindler, einem Dienstleistungsunternehmen für elektrotechnische Sicherheit, Beratung und praxisnahe Schulung. Von der Pike auf befasste sich Oliver Schindler mit Elektrotechnik und dank seines Willens, seiner Tatkraft und einer guten Portion Mut entwickelte er sich vom Trainer zum Unternehmer.

Das Unternehmen ITW Schindler beschäftigt heute 35 Mitarbeiter und will bis in fünf Jahren die 100-Personen Marke knacken. Die Perspektiven dafür ergeben sich aus dem Markt: Unternehmen brauchen vermehrt elektrotechnische Kompetenz und holen sich dieses bei externen Dienstleistern. Das Video zum Gespräch finden Sie am Ende des Textes.

Initialzündung:

Den Grundstein für seine Kompetenz im Bereich Elektrotechnik legte Oliver Schindler mit seiner Ausbildung zum Elektrotechniker und dem anschließenden Studium des Berufsschullehramts. Schon damals gab er Nachhilfe im Bereich Elektrotechnik. 2006 ergab sich die Chance als selbständiger Trainer in der Hybridtechnologie bei Fahrzeugen. Die Aufgabe bestand im Wissenstransfer zwischen den Disziplinen Mechanik und Elektrotechnik. So schulte er zunächst insbesondere Entwickler mit mechanischer Ausbildung in der Elektrotechnik. Qualifizierungskonzepte mussten erstellt werden, die verantwortliche Elektrofachkraft gewann an Bedeutung und so entschloss sich Herr Schindler 2012 seine Firma, die ITW Schindler, zu gründen.  „Ich möchte Sachen machen, die noch nie zuvor jemand gemacht hat“, erklärte er seinen Antrieb für Innovation. Sein Wissen gibt Oliver Schindler auch als Dozent an dualen Hochschulen weiter. Ebenso wie seine Frau, die als promovierte Chemikerin in der Geschäftsleitung mitwirkt und mit ihrem Wissen den Grundstein für das nächste große Thema, die Brennstoffzelle, mitbringt.

Herausforderungen:

Herr Schindler sieht eine wachsende Schere zwischen Komplexität und Qualifikation. Eine normale Ausbildung im Bereich der Elektrotechnik genügt mittlerweile nicht mehr, um den Ansprüchen von ITW angesichts der Komplexität des Themas gerecht zu werden. ITW Mitarbeiter brauchen fundierte Kenntnisse aus der Praxis und eine Meister-, Techniker- oder Hochschulausbildung und die Bereitschaft zur kontinuierlichen Weiterbildung. „Gezielt können wir da auch mit speziellen internen Trainings weiterhelfen“, sagte Herr Schindler.

Corona hat ihn v.a. wegen der Quarantäneauflagen bei Aufträgen im Ausland getroffen. Die ruhigere Zeit nutzte er gemeinsam mit seinem Team, um interne Abläufe und Strukturen zu verbessern.

Wünsche an die Politik:

Angesprochen auf seine Wünsche an die Politik gab er mir zwei Themen mit auf den Weg: Home Office/Digitalisierung und die Bildungsqualität.

Mit Sorge betrachtet er die aktuelle Diskussion über ein Recht auf Home Office. Es müsse dem Unternehmer überlassen sein, mit welche Arbeitsstrukturen er arbeitet. Abgesehen davon bedarf es für ein vermehrtes Arbeiten von zuhause oder unterwegs einer besseren digitalen Infrastruktur. Eine solide Arbeit braucht auch ein solides Internet.

Darüber hinaus wünscht sich Oliver Schindler Verbesserungen im Bereich der Ausbildung und Förderung junger Menschen. Die enormen Ansprüche, die die Elektrotechnik mit sich bringt, müssen mit einer besseren Qualifikation der Einsteiger bedient werden.

Mein Resumée: Oliver Schindler ist ein Mensch mit Mut. Er hat die Chancen ergriffen, die in neuen technologischen Entwicklungen liegen. Er will neue Wege gehen und damit Zukunft gestaltet.
Wissen vermitteln und lebenslanges Lernen sind die Basis für den wirtschaftlichen Erfolg unseres Landes. Damit Baden-Württemberg seine Chancen nutzen kann, braucht es Nachhilfe: Zunächst einmal für die Bildungspolitik in unserem Land.

 

Das Video zum Gespräch mit Oliver Schindler finden Sie hier: