Wäre es nicht für die Betroffenen so ärgerlich, es ließe sich eine Komödie mit Strobl als Helden der Bürokratie schreiben

Zu: StZ, 12. August 2020, „Fahranfänger müssen wochenlang auf Führerschein warten“

Reich-Gutjahr: Wäre es nicht für die Betroffenen so ärgerlich, es ließe sich eine Komödie mit Strobl als Helden der Bürokratie schreiben

Zur Berichterstattung der StZ, selbst 15 Mitarbeiter im einschlägigen Bereich der Führerscheinstelle kämen nicht mehr nach und die Klagen über eine chaotische Terminlage in der Zulassungsstelle ebbten auch nicht ab, erklärte Gabriele Reich-Gutjahr, Stuttgarter Abgeordnete und wirtschaftspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion:

„Obgleich meine FDP-Kolleginnen und Kollegen im Stuttgarter Gemeinderat wiederholt daran erinnert haben, dass schnell und unbürokratisch eine Lösung für Unternehmer und Privatpersonen gefunden werden müsse, die Autos zulassen möchten, scheint sich nur wenig geändert zu haben. Noch immer sind die Wartezeiten im inakzeptablen Bereich. Selbst die telefonische Erreichbarkeit von KfZ-Zulassungsstelle und Führerscheinstelle scheint nicht garantiert zu sein.

Umso grotesker ist die Art und Weise, wie die politische Bürokratie jeden Versuch einer Verbesserung der Zustände konterkariert. Der konstruktive Vorstoß des Ersten Bürgermeisters der Stadt Fabian Mayer, zumindest die Online-KfZ-Zulassung für Privatpersonen zu erleichtern, ist nun Makulatur. Und warum? Weil er seinen Vorschlag, auch Privatpersonen ohne digital einsetzbaren neuen Personalausweis die Zulassung zu erleichtern, nicht gleich an den Verkehrsminister, sondern zuerst an Innenminister Strobl adressiert hat.

Strobl jedoch ersucht seinen Parteifreund Mayer um eine korrekte Zustellung des Schreibens an Verkehrsminister Hermann und bemüht den Amtsschimmel, der bekanntermaßen oft viel Zeit benötigt, ehe er sein Ziel erreicht. Wäre es nicht für die Betroffenen so ärgerlich, es ließe sich eine Komödie mit Strobl als Helden der Bürokratie schreiben.“