Menschen mit Mut – Teil 1: Gunther Gühne vom BOC business & office center

Was Gunther Gühne, den Geschäftsführer des BOC business & office center in Echterdingen, zu einem mutigen Menschen macht, erfuhr ich bei meinem heutigen Gespräch. Wir sprachen über die Gründe, die ihn immer wieder aufs Neue antreiben, Schwierigkeiten, die ihm begegnet sind und das, was er sich im Hier und Jetzt von der Politik wünscht.

Herr Gühne übernahm 2010 das BOC business & office center in Echterdingen, welches er damals vor der drohenden Insolvenz rettete. Es bietet virtuelle Büros, feste Büros, Konferenzräume und Sekretariatsdienste. Nicht zuletzt junge Unternehmen können so professionell starten. Das Video zum Gespräch finden Sie am Ende des Textes.

Initialzündung:

„Du musst verrückt sein“, war ein Satz, den Gunther Gühne in seinem Leben schon öfter gehört hat, wie er zu Beginn unseres Gesprächs erzählte. Bei so manchem Geschäftsfeld schlug er – schon als angestellter Unternehmer – einen unkonventionellen Weg ein, aber immer mit Kopf und Strategie, wie er betont. Er ist der Beweis dafür, dass eine Unternehmensgründung in jedem Alter eine Option ist. Als er das BOC übernahm war er bereits 58 Jahre alt und es waren Fingerspitzengefühl und Mut vonnöten, um daraus ein funktionierendes Geschäft zu formen. Doch Herr Gühne wusste, wo er hinwollte und konnte auch auf seine vielen, über die Jahre aufgebauten Kontakte bauen. Heute bietet er Büros für etablierte Firmen und für Gründer, Besprechungszimmer für Treffen von Geschäftsreisenden und Messeteilnehmern, virtuelle Büros. Stets findet er neue Geschäftsideen, um das Unternehmen auf stabilen Beinen zu halten.

Herausforderungen:

Von staatlicher Seite wird er begrenzt bei seiner Starthilfe für junge Gründer. „Wir haben eine Fülle und einen ständigen Zuwachs bei Gesetzen, was für viele Unternehmen Planungsunsicherheit bedeutet. Hier ist Potenzial für Verbesserungen“, sagte er und führt als Beispiel das Insolvenzrecht an. So kann beispielsweise die Stundung der Büromiete bei einem Liquiditätsengpass eines jungen Unternehmen als Beitrag zu Insolvenzverschleppung ausgelegt werden.

Über den Gesetzgeber hinaus nimmt Gunther Gühne auch die Gesellschaft in den Blick. „Ein Unternehmer wird leider zu oft nur als Kapitalist angesehen. Doch dass der auch Arbeitsplätze schafft und soziale Verantwortung übernimmt, fällt gern hinten runter“. Es braucht eine positive Haltung zum Unternehmertum.

Wünsche an die Politik:

Neben der Gesetzesflut und ihren Folgeeffekten nannte er die schulische Ausbildung als wichtigen Punkt. Für ein gutes und funktionierendes Geschäft braucht es gut qualifizierte MitarbeiterInnen. Wenn aber schon die Basis fehlt, ist die Aus- und Weiterbildung schwierig. Die Lücken in unseren Bildungssystem müssen deshalb dringend geschlossen werden. Ausgebaut werden muss auch die digitale Infrastruktur im Land als weitere Basis für erfolgreiches Wirtschaften.

Mein Resumée: in jedem Alter kann man Unternehmer werden. Dabei kann Gunther Gühne auf seine Erfahrung bauen. Seine vielfältige und internationale Erfahrung stellt er gerne Menschen zur Verfügung, die noch am Anfang ihrer Unternehmerlaufbahn stehen. Mit Eigeninitiative, Innovationslust und unkonventionellem Denken lässt sich viel bewegen.

Das Video zum Gespräch mit Gunther Gühne und mir finden Sie hier: