Der Wohnungsbau in Stadt und Land stagniert seit Jahren

Zu: StZ, 22.07.2020, „Wohnen in Stuttgart. Immobilienmarkt trotzt Corona-Krise“ 

 

Reich-Gutjahr: Der Wohnungsbau in Stadt und Land stagniert seit Jahren

Stuttgart bleibt weit hinter den offiziellen Zahlen zurück

 

Zur Berichterstattung der StZ, die Preise für Immobilien seien, trotz Kurzarbeit und steigender Erwerbslosigkeit, weiter gestiegen, und Experten zufolge fehlten in Stuttgart etwa 8.900 Wohnungen für mehr als 16.000 Personen, erklärte Gabriele Reich-Gutjahr, Stuttgarter Abgeordnete und wohnungsbaupolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion:

 „Die Prognose von Immobilienexperten der Deutschen Bank, es fehlten in Stuttgart etwa 8.900 Wohnungen für 16.000 Menschen, ist ein weiterer Indikator dafür, welche Dimension der Wohnraumproblematik in Stuttgart mittlerweile erreicht hat.

 Der Wohnungsbau in Stadt und Land stagniert seit Jahren. Die grün-schwarze Regierung hat wenig Initiative entwickelt, das Problem zu lösen. Mit der seit Jahren immer weiter ausgebauten Bürokratie hat sie für private Investoren Barrieren errichtet und das Bauen verteuert. 

 Und der Stuttgarter OB hat sich mit dem fehlenden Angebot arrangiert und den Notstand verwaltet. Seine Zielvorgaben für den Wohnungsbau waren nie ambitioniert. 1.800 neue Wohnungen hatte Kuhn 2019 angekündigt, fertiggestellt wurden nur 1.486. Von diesen müssen aber noch 562 Wohnungen abgezogen werden, weil sie abgerissen oder umgewidmet wurden und somit dem Wohnungsmarkt nicht mehr zur Verfügung stehen. 2019 wurden also tatsächlich nur 924 Wohnungen dazu gewonnen.

 Die restriktive Flächenpolitik und die grüne Netto-Null müssen ein Ende finden. Mehr Geschwindigkeit durch vereinfachte und digitale Bauantragstellung ist überfällig.

 Die Einwohnerzahl Stuttgarts kann nur in dem Maße wachsen wie Wohnraum verfügbar ist. Ohne eine umfassende Wohnungsbau-Initiative wird die Situation weiter an Brisanz entwickeln und den Stuttgarter Wirtschaftsstandort schwächen.“