Die Kritik des grünen Oberbürgermeisters an seinen „Freunden im Verkehrsministerium“ lässt tief blicken

Zu: StZ, 05.07.2020, Interview mit Fritz Kuhn zum Rosensteinquartier in Stuttgart

 

 

Reich-Gutjahr: Die Kritik des grünen Oberbürgermeisters an seinen „Freunden im Verkehrsministerium“ lässt tief blicken

Die Aversion des grünen Verkehrsministers gegen S 21 lässt ihn offenbar die städtebauliche Dimension des größten Verkehrsinfrastrukturprojekts im Land verkennen

 

 

Zur Aussage des Stuttgarter OB Kuhn in einem Interview mit der Stuttgarter Zeitung (05.07.2020), seine Freunde im Verkehrsministerium sähen Stuttgart 21 nur noch als Verkehrsprojekt und vernachlässigten das Thema Städtebau, erklärte Gabriele Reich-Gutjahr, Stuttgarter Abgeordnete und wohnungspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion:

 

„Wenn ein grüner OB seine grünen Freunde im Verkehrsministerium öffentlich dafür kritisiert, dem Doppelcharakter von S 21 als Verkehrs- und Bauprojekt nicht Rechnung zu tragen, lässt das tief blicken. Die Aversion des grünen Verkehrsministers gegen S 21 lässt ihn offenbar die städtebauliche Dimension des größten Verkehrsinfrastrukturprojekts im Land verkennen. Allein das sich hier eröffnende Potential für den Stuttgarter Wohnungsbau ist immens. 

 

S 21 ist städtebaulich relevant. Hier entsteht, im Herzen der Stadt, die einmalige Möglichkeit, Stadtentwicklung an den Interessen der Bürgerinnen und Bürger zu orientieren. Die Trennung der Stadt durch das Gleisbett zu überwinden, erschließt die großartige Chance, diese Fläche für zeitgemäße Formen von Wohnen und Arbeiten zu entwickeln. Je schneller, desto besser. Das sollte auch Minister Hermann, der ja auch Stuttgarter Abgeordneter ist, ein Anliegen und eine persönliche Verpflichtung sein.“