Polizei, Händler, Gastronomen und Kulturbetriebe sind die Leidtragenden des Eklats

Zu: Krawalle und Vandalismus in der Stuttgarter Innenstadt in der Nacht vom 20. Juni

 

 

Reich-Gutjahr: Polizei, Händler, Gastronomen und Kulturbetriebe sind die Leidtragenden des Eklats

Renommee der Innenstadt nachhaltig beschädigt. Verkaufsoffene Sonntage könnten helfen

 

 

Zu den Folgen der Krawalle und Plünderungen in der Stuttgarter Innenstadt erklärte Gabriele Reich-Gutjahr, Stuttgarter Abgeordnete und wirtschaftspolitische Sprecherin der FDP-Lantagsfraktion:

 

„Wer sich die Gewalttaten in Erinnerung ruft, die randalierende Jugendliche und junge Erwachsene in der vorletzten Nacht gegen Polizistinnen und Polizisten verübten, mag ermessen, was in den Beamtinnen und Beamten heute vorgehen mag. Die beteiligten Polizisten werden sicher noch länger mit den Folgen dieser schlimmen Nacht zu kämpfen haben, physisch und psychisch. Das Ausmaß der Eskalation war für Stuttgart beispiellos.

 

Rechtsfreie Zonen darf es in Stuttgart nicht geben. Jugendliche die sich dazu entschließen, Gewaltstrafen zu begehen, zu marodieren, zu plündern und mutwillig fremdes Hab und Gut zu zerstören, handeln kriminell. Das ist keine Frage des Alters.

 

Wer im Schutz der Anonymität großer, feiernder Menschenmengen Verbrechen begeht, wird durch seine Jugend nicht entschuldigt. Die Grenzen des Möglichen als junger Mensch zu erproben, ist ab und an vielleicht noch zu tolerieren, Gesetze mutwillig zu brechen, ist jedoch eine vollkommen andere Sache und absolut indiskutabel, zumal für jene, die davon direkt betroffen sind.

 

Die Polizisten, Händler, Gastronomen und Kulturbetriebe sind die Leidtragenden des Eklats und zahlen jetzt die Zeche für diesen Akt der Barbarei. Viele von ihnen stehen ohnedies schon coronabedingt mit dem Rücken zur Wand. Wenn jetzt noch das Renommee der Innenstadt stark beschädigt wird, kommen noch weniger Kunden als zuvor und das ist dann kaum noch zu kompensieren. Die Senkung der Mehrwertsteuer wird hier nicht wirklich helfen. Sie verursacht mit Sicherheit großen Aufwand, die Vorteile für den Handel jedoch sind absehbar bescheiden.

 

Verkaufsoffene Sonntage, die auch ohne offiziellen Anlass stattfinden könnten, wären eine gute Möglichkeit um gravierende Umsatzeinbußen etwas auszugleichen. Landesregierung und Stadt sind jetzt am Zug, um ein positives Zeichen zu setzen und damit auch die Innenstadt zu unterstützen.“