Jede neue Irritation bei der Kinderbetreuung provoziert erheblichen Schaden

Zu: StZ, 25. Mai 2020, „Kita-Leiterin kritisiert die Ministerin scharf“

 

Reich-Gutjahr: Jede neue Irritation bei der Kinderbetreuung provoziert erheblichen Schaden

Die Zeit der ad hoc-Verordnungen von Ministerin Eisenmann muss ein Ende nehmen

 

Zur Berichterstattung der StZ, eine Kita-Leiterin aus Stuttgart-Vaihingen kritisiere Susanne Eisenmann für leere Versprechungen in der Corona-Zeit, erklärte Gabriele Reich-Gutjahr, Stuttgarter Abgeordnete und wirtschaftspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion:

 

„Ständig sehen sich Kita-Leiterinnen und -Leiter mit der Herausforderung konfrontiert, auf Basis verwirrender, widersprüchlicher oder kurzfristiger Ankündigungen die Kinderbetreuung zu organisieren. Davon konnte ich mich selbst in persönlichen Gesprächen in meinem Wahlkreis überzeugen. Wer wie die engagierte Vaihinger Kita-Leiterin Monika Lang dazu greift, mit einem offenen Brief ihren Unmut publik zu machen, will keinen Konflikt, sondern erwartet politische Lösungen, die durchdacht und für Erzieherinnen und Erzieher praktikabel sind.

 

Die FDP-Landtagfraktion hat wiederholt, auch in Plenardebatten, auf ein klares, durchdachtes Konzept der Kultusministerin insistiert. Ein rollierendes System für die reduzierte Regelbetreuung würde sicher helfen, um überlasteten Eltern endlich wieder die Chance zu geben, Beruf und Kinderbetreuung in Einklang zu bringen. Damit wäre dann auch die Grundlage geschaffen, dass unsere Wirtschaft auf den konzentrierten Einsatz all ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vertrauen darf. Nur so lässt sich die Konjunktur wieder forciert in Gang setzen und erheblicher Schaden für Industrie und Handel vermeiden.

 

Monika Langs Appell an die Ministerin, zumindest einige Tage vor Fristende einer Corona-Verordnung den Katalog der Folgevorschriften zu kennen, darf in keinem Fall resonanzlos verhallen. Jede neue Irritation ist verzichtbar und provoziert erheblichen Schaden für unser gesamtes Gemeinwesen.

 

Die Ministerin erwartet viel von den Pädagogen und Eltern des Landes. Es ist mehr als nur legitim, dass diese auch von ihr erwarten, endlich eine Politik klarer, verlässlicher Vorgaben zu garantieren. Die Zeit der ad hoc-Verordnungen von Ministerin Eisenmann muss ein Ende nehmen. Alles andere ginge zu Lasten der Eltern, der Kinder und ihrer Pädagoginnen und Pädagogen, die in diesen schweren Zeiten wirklich Großartiges in der Kinderbetreuung leisten.“