Sträfliches Versäumnis des Landesregierung – auch bei der Kindernotbetreuung

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Reich-Gutjahr: Sträfliches Versäumnis des Landesregierung – auch bei der Kindernotbetreuung

 

Die erweiterte Notbetreuung für kleine Kinder konfrontiert städtische, konfessionelle und private Kitaträger mit einer Vielzahl von Aufgaben- und Problemstellungen, „die sich“, so Gabriele Reich-Gutjahr, Stuttgarter Abgeordnete der FDP Landtagsfraktion, „hätten vermeiden lassen, wenn die Regierung die Öffnungspolitik strategischer gestalten und die Kommunen unterstützen würde mit einem durchdachten Konzept, das Orientierung gibt und Lösungen präsentiert“. 

 

Jetzt jedoch, erklärte Reich-Gutjahr, sähen sich die Kitaträger in der Verlegenheit, mit minimalem zeitlichen Vorlauf Maßnahmen zu ergreifen, um den geforderten Hygienestandards gerecht zu werden. Das bedeute auch, adäquate Räumlichkeiten sicherzustellen: „So hätte man beispielsweise bei den Stuttgarter Kitaträgern abfragen können, wo welche Raumkapazitäten verfügbar sind. Zeit war genug, um zu klären, wie viele Kinder in der jeweiligen Kita maximal betreut werden können.“

 

Was für die Räumlichkeiten relevant erscheine, gelte für das pädagogische Personal noch ungleich mehr, betonte Reich-Gutjahr: „Nicht nur den Kindern, auch den Erzieherinnen und Erziehern wird aktuell viel abverlangt. Es darf nicht vergessen werden, dass auch in Corona-Zeiten der pädagogische Auftrag nichts an Bedeutung verliert. Nicht nur, dass sie für die Gesundheit der Kinder eine große Verantwortung tragen. Überdies obliegt es primär ihnen, Kinder in der vorschulischen Sozialisationsphase pädagogisch zu unterstützen. Ihre Arbeit trägt maßgeblich dazu bei, die sozialen, intellektuellen, aber auch praktischen Talente und Fähigkeiten kleiner Kinder zu erkennen, zu entwickeln und zu fördern. Deshalb ist es auch im Interesse der Kinder, wenn die Kitas bald für möglichst viele Kinder wieder geöffnet werden.

 

Wenn wir von Erzieherinnen und Erziehern erwarten, Kindern ernste Sachverhalte wie z.B. Hygieneauflagen erfolgreich nahezubringen, sollte es unserer Landesregierung zumindest möglich sein, ihnen auch eine Handreichung zu geben, die sie dabei unterstützt, ihrer anspruchsvollen Aufgabe in Krisenzeiten leichter nachzukommen. Dafür hätte längst präventiv ein Konzept von Stadt und Land entwickelt werden müssen. Nun wird es schmerzlich vermisst. Ein Armutszeugnis für die Landesregierung. Hoffen wir, dass unsere Kitas künftig auf mehr und bessere Unterstützung durch die Regierung vertrauen dürfen.“