Wohneigentum darf kein Luxus sein

Zu: StN, 26.02.2020, „Segment der günstigen Wohnungen fällt weg“

 

 

Reich-Gutjahr: Wohneigentum darf kein Luxus sein

Wer immer Stuttgart regieren wird, muss den Wohnungsbau forcieren

 

Zur Berichterstattung der StN, die Preise für Grundstücke und Immobilien in Stuttgart seien auch im vergangenen Jahr gestiegen und die Zahl der Verkäufe verharre weiter auf einem Tiefstand, erklärte Gabriele Reich-Gutjahr, Stuttgarter Abgeordnete und wohnungsbaupolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion:

 

„Wenn heute das Segment günstiger Wohnungen in Stuttgart entfällt, zeichnet dafür auch unser aktueller OB verantwortlich. Kuhn und die Grünen haben immer wieder erklärt, ‚Innenstadtverdichtung‘ sei das Mittel der Wahl, um ausreichend Wohnraum in Stuttgart zu schaffen. Die Bilanz des OB ist ernüchternd, sein Irrtum offensichtlich. Anders ist nicht zu erklären, dass sich die Immobilienpreise binnen zehn Jahren verdoppelt haben und die Zahl aller Kaufverträge für Immobilien und Grundstücke mit 5162 auf dem Tiefstand der beiden Vorjahre liegt.

 

Umso mehr hoffe ich, die oder der nächste OB entschließt dazu, diese Misere beherzt und engagiert zu überwinden. Die oder der künftige OB muss den Wohnungsbau zu ihrem resp. zu seinem zentralen Anliegen machen und von Beginn an Initiative zeigen. Bauwillige müssen von der Stadt künftig aktiv unterstützt werden. Die Geschwindigkeit von Bauplanung und Baugenehmigung ist entscheidend, um die Stagnation auf dem Immobilienmarkt zu überwinden. Je mehr Dynamik entsteht, desto besser. Um Bauhürden zu beseitigen, kann auch der neue Leitfaden ,Artenschutz in der Bauleitplanung und bei Bauvorhaben‘ einen konstruktiven Beitrag leisten.

 

Die Grunderwerbsteuer, wie von der FDP gefordert, wieder auf 3,5 Prozent abzusenken, ist auch ein wirksames Element, um mehr Wohnungsbau zu bewirken. 

Überdies kann auf Ausweisung neuer Baugebiete schwerlich verzichtet werden. Sonst wird das Preisniveau weiter steigen und Wohneigentum in Stuttgart ein Luxus, den sich nur wenige leisten können.“