Kretschmanns Überraschung wirkt sehr bemüht

Zu: StN, 03.12.2019, Opernsanierung – „Bürgerentscheid nein, Bürgerbeteiligung ja“

 

Reich-Gutjahr: Kretschmanns Überraschung wirkt sehr bemüht

Die Planungsstagnation bei der Opernsanierung ist nicht zufällig entstanden, sondern auch das Resultat von Regierungsversäumnissen

 

Zur Berichterstattung der StN, Ministerpräsident Kretschmann wolle bei der Opernsanierung den bestmöglichen Weg finden, erklärte Gabriele Reich-Gutjahr, Stuttgarter Abgeordnete der FDP-Landtagsfraktion:

 

„Es ist doch sehr irritierend, wenn Ministerpräsident Kretschmann sich nur über den Umweg einer Opernpremiere dafür gewinnen lässt, die längst bekannten Mängel im Littmann-Bau selbst in Augenschein zu nehmen. Ich hätte mir gewünscht, Kretschmann wäre schon früher darauf gekommen, sich selbst ein Bild von der Oper zu machen. Schließlich wird schon seit Jahren die Frage der Opernsanierung diskutiert und darauf verwiesen, wie brisant die Situation für Technik und Künstler im Littmann-Bau geworden ist.

 

Kretschmanns jetzt gezeigte Überraschung wirkst umso bemühter, als das Land für 50 Prozent der Sanierungskosten in der Pflicht steht, d.h. alle Planungen werden auch von der Landesregierung mit verantwortet. Auch die Planungsstagnation ist nicht zufällig entstanden, sondern das Resultat von Regierungsversäumnissen.

 

Wenn Kretschmann zu recht sagt, es gehe bei der Oper um ,ein Identifikationssymbol der Stuttgarterinnen und Stuttgarter und der Menschen bei uns im Land‘, sollte er in erster Instanz auch dafür sorgen, dass alle Landtagsabgeordnete über Status quo und weitere Planungsschritte im Kontext der Oper informiert sind.

 

Dann würde auch in den ländlichen Regionen nicht nur über die Kostenfrage diskutiert, sondern besser erfahrbar, welche Vorteile für das ganze Land mit der Opernsanierung einhergingen. Das schiene mir sinnvoll. Jetzt mit großer Geste, das bereits Bekannte zu verkünden, wird das entstandene Opern-Dilemma schwerlich lösen.“