Die Stuttgarter Wohnungsmisere wird nicht mit unverbindlichen Absichtserklärungen überwunden

Zu: StN/StZ, 27.08.2019, „Wohnungsbau: Stuttgart weit hinten“

 

 

Reich-Gutjahr: Die Stuttgarter Wohnungsmisere wird nicht mit unverbindlichen Absichtserklärungen überwunden

 

 

Zur Berichterstattung der StN, die Stuttgarter Stadtverwaltung erkläre, die verbreiteten Zahlen des Instituts der deutschen Wirtschaft hätten wenig Aussagekraft, sagte Gabriele Reich-Gutjahr, Stuttgarter Abgeordnete und wohnungsbaupolitische Sprecherin der FDP Landtagsfraktion:

 

„Die Bilanz des Instituts der Deutschen Wirtschaft lässt erkennen, dass in den größten deutschen Städten zunehmend mehr gebaut wird, um den wachsenden Wohnungsbedarf sukzessive zu decken. Stuttgart jedoch hat, was den Wohnungsneubau betrifft, ein veritables Problem und das seit vielen Jahren. Dieses offensichtliche Manko zu leugnen, ist Teil der Stuttgarter Wohnungsmisere.

 

Die aus der 2017 publizierten Prognos-Studie abgeleiteten Zahlen für Stuttgart lassen einen Jahresbedarf von rund 5.000 Wohnungseinheiten erkennen. Wiederholt habe ich daran erinnert, dass der von OB Kuhn attestierte Jahresbedarf von 1.800 Wohneinheiten für Stuttgart an der Realität vorbeigeht. 

 

Es ist höchste Zeit, zu handeln. Dafür muss die Stadt ihre restriktive Flächenpolitik und die Netto-Null aufgeben. Neue Baugebiete auszuweisen, wird sich kaum vermeiden lassen, auch, weil wir den Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften für unseren Wirtschaftsstandort nur decken können, wenn ausreichend Wohnraum vorhanden ist.

 

Wer jetzt die Augen vor der Wirklichkeit verschließt und unverbindliche Absichtserklärungen formuliert, statt entschlossen zu handeln, verkennt die Brisanz der Lage.“