Stuttgart benötigt einen „Masterplan 2030“

Reich-Gutjahr: Stuttgart benötigt einen „Masterplan 2030“

Um den Bedarf an Arbeitskräften zu sichern, ist Zuzug und damit mehr Wohnungsbau unerlässlich

 

Zur Berichterstattung der StZ, Stuttgart werde bis Ende des nächsten Jahrzehnts so viele Einwohner haben wie noch nie, erklärte Gabriele Reich-Gutjahr, Stuttgarter Abgeordnete und wohnungbaupolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion:

 

„Die aktuelle Einwohnerprognose des Statistischen Amts Stuttgart basiert auf drei Faktoren: wirtschaftliches Wachstum, hohe Nachfrage an Arbeitskräften und ein entsprechendes Wohnangebot.

 

Qualifizierte Arbeitskräfte lassen sich nur gewinnen, wenn in Stuttgart ausreichend Wohnraum geschaffen wird. Die aktuelle Bautätigkeit reicht bereits heute nicht aus, um die Nachfrage zu bedienen. Entsprechend steigende Mietpreise sind die Folge. 

 

Im Juni 2018 sprach OB Kuhn noch von einem jährlichen Bedarf von 1.800 Wohnungseinheiten, derweil die aus der 2017 publizierten Prognos-Studie abgeleiteten Zahlen für Stuttgart einen Bedarf von mindestens 5.000 Wohnungseinheiten zeigen. Die Statistiker legen 2.000 Wohnungseinheiten zugrunde. Dazu muss die Stadt ihre restriktive Flächenpolitik aufgeben. Denn dieser Zuwachs erfordert nicht nur mehr Wohngebäude, sondern auch mehr Schulen und Straßen und verdeutlicht die Dringlichkeit, dass neben dem Ausbau des ÖPNVs nun endlich auch die Filderauffahrt vorangetrieben werden muss – als Teil eines besseren Verkehrskonzepts für Stuttgart.

 

Die Verknappung von Wohnraum in Stuttgart kann den Wirtschaftsstandort Stuttgart entscheidend schwächen. Um den Bedarf an Arbeitskräften zu sichern, ist Zuzug und damit mehr Wohnraum unerlässlich.

 

Was wir für Stuttgart dringend benötigen, ist ein „Masterplan 2030“, der sich nicht in punktuellen Maßnahmenkatalogen verliert, sondern klare Ziele zur Entwicklung von Wohnraum, Gewerbe und Verkehrsinfrastruktur form​uliert. Sonst würgen wir die wirtschaftliche Entwicklung ab.“