Opernsanierungsprojekt nimmt fatale Entwicklung

Zu: Stuttgarter Nachrichten, 08.10.2018, „Finanzministerium bremst Opern-Sanierung“

 

Reich-Gutjahr: „Opernsanierungsprojekt nimmt fatale Entwicklung“ 
OB Kuhns ‚Task-Force Oper‘ sollte im Herbst Lösungen präsentieren, die sich auch verwirklichen lassen.

 

Wie die STN heute berichten, sei der vor kurzem noch von Ministerpräsident Kretschmann als „Jahrhundertbeschluss“ gefeierte Kabinettsentscheid zur Sanierung des Opernhauses und der Erweiterung des Staatstheater-Areals in Stuttgart nach Einschätzung des Finanzministeriums nicht umsetzbar. 

 

„Eine fatale Entwicklung“, so Gabriele Reich-Gutjahr, Stuttgarter Abgeordnete der FDP-Landtagsfraktion, „die kein Ende nimmt. Offenbar scheinen die Grünen nicht fähig zu sein, ein Kulturprojekt dieser Größenordnung seriös zu planen. Fehlentscheidung reiht sich an Fehlentscheidung. 

 

Nachdem schon der Stuttgarter OB Kuhn seine Planungen für eine mehrjährige Zwischenspielstätte von Oper und Ballett im vormaligen Paktpostamt am Nordbahnhof vor wenigen Wochen revidieren musste, folgt nun die nächste Ernüchterung. Das Finanzministerium entzaubert den Kabinettsentscheid zur Sanierung des Opernhauses und der Erweiterung des Staatstheater-Areals als nicht umsetzbar. Warum diese Informationen erst jetzt publik werden, erschließt sich mir nicht. Das oft bemühte ‚Transparenz‘-Prinzip der Grünen scheitert nicht nur bei der Öffentlichkeitsarbeit, sondern bereits regierungsintern; anders kann ich mir nicht erklären, dass es Grün-Schwarz nicht gelingt, ein kulturelles Jahrhundertprojekt auf Basis verlässlicher Daten zu konzipieren. 

 

Sollte tatsächlich, wie berichtet, am angestammten Standort von Opernhaus und Schauspielhaus im Stuttgarter Zentrum keine Chance bestehen, die 1000 technischen und 400 künstlerischen Arbeitsplätze zukunftsfähig einzurichten, ist nicht nur der Sanierungszeitplan der Oper, sondern das gesamte Projekt gefährdet. 

 

Für Stuttgart als Kulturstandort käme das einer kleinen Katastrophe gleich. Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass OB Kuhns ‚Task-Force Oper‘ im Herbst Lösungen präsentiert, die sich auch verwirklichen lassen. Vielleicht böte es sich dabei an, auch den Vorschlag der FDP zum Areal des Königin-Katharinen-Stifts in die Planungen miteinzubeziehen.“