EU-Schulprojekttag: Gabriele Reich-Gutjahr besucht Steinbeisschule in Stuttgart

Anlässlich des EU-Schulprojekttags besuchte Gabriele Reich-Gutjahr am 22. Mai die Steinbeisschule, eine Einrichtung mit einer Vielzahl beruflicher Schulen unter einem Dach. Sie sprach hier zwei Stunden mit Schülerinnen und Schülern der 11.und 12. Klassen  des Technischen Gymnasiums/ Profil Umwelttechnik.
Die Themen waren breit gefächert. Es ging um aktuelle Themen wie Wirtschaft, Verkehr, Cyberkriminalität, Drogen und Wehrpflicht und um Werte wie Freiheit und Verantwortung. Schwerpunkte der Diskussion bildeten drei Themen: dem Anlass entsprechend Europa, dazu Umwelt, für die sich viele Schüler dem Schulprofil entsprechend besonders interessieren, sowie Bildung.
Nicht wenige Schüler machen sich Sorgen um die Luftqualität in Stuttgart. Frau Reich-Gutjahr stimmte zu, dass es eine Aufgabe der Politik sei, Grenzwerte zu setzen und zu kontrollieren, sie sieht jedoch in Fahrverboten allein nicht die richtige Lösung. Vielmehr brauche es wie in der gesamten Umweltpolitik intelligente Lösungen. In Digitalisierung, Vernetzung und Entwicklung von Speichertechnologie sieht sie wichtige Potentiale für die Zukunft. Sie ermutigte die jungen Leute, Visionen zu haben und diese zu verfolgen. Gegensätze zwischen Umwelt und Wirtschaft sieht sie keine. Nicht nur Wirtschaft, sondern auch Umwelt sei zudem für die FDP schon sehr früh ein wichtiges Thema gewesen. Der erste Umweltminister sei Hans-Dietrich Genscher gewesen.
Die EU wird von den Schülerinnen und Schülern grundsätzlich positiv gesehen. Gut finden sie etwa die Reisefreiheit, die Möglichkeiten überall zu studieren und den freien Markt, wodurch Kosten und Zeit gespart werden. Allerdings war man sich einig, dass Subsidiarität ein wichtiges Element ist und dass mehr als nötig auf EU-Ebene entschieden wird.  Freihandelsabkommen wie TTIP befürwortet Frau Reich-Gutjahr, weil gemeinsame Standards für alle mehr Vorteile als Nachteile brächten. Auf Kritik erwiderte sie, mündige und aufgeklärte Menschen könnten selbst entscheiden, welche Produkte sie kaufen wollen. Kritisch wurde von einigen Schülern gesehen, dass in der EU zu oft wirtschaftliche Interessen höher bewertet würden als moralische Standards, Beispiel Todesstrafe. Frau Reich-Gutjahr plädierte allerdings für eine kritische Annäherung gegenüber solchen Ländern und gegen eine strikte Abgrenzung, weil dadurch totalitäre Systeme eher gestärkt würden und die Bevölkerung unter einer Abschottung meist leiden müsse.
Im Bildungsbereich vermissen viele Schüler noch die Chancengleichheit, die Herkunft entscheide immer noch über Zukunftschancen. Hier sieht auch Frau Reich-Gutjahr eine wichtige Aufgabe des Staates, aber vieles ist schon geschehen, z.B. in der frühkindlichen Erziehung und in der großen Durchlässigkeit aller Bildungseinrichtungen. Auch werde viel zu oft das Abitur als einziges Bildungsziel gesehen, was falsch sei, weil auch andere Abschlüsse zu qualifizierten und notwendigen Berufen führen. Letztlich sei auch nicht nur der Staat, sondern jeder einzelne gefordert, das Beste aus seinen Möglichkeiten zu machen.
Hier kam Frau Reich-Gutjahr auf den wichtigsten liberalen Grundwert zu sprechen: die Freiheit, also das Recht, sein Leben selbst zu gestalten. Freiheit bedeute aber immer auch, Verantwortung für sich zu übernehmen.
Nach der Diskussion mit den Schülern gab es einen interessanten Gedankenaustausch mit der Schulleitung. Reich-Gutjahr und Schulleiter Herbert Bläsi haben vereinbart, im Dialog bleiben zu wollen.
(Text Heidrun Seifert)

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